Die Flächensuche

ist die Basis der Rettungshundearbeit im BRK. Gesucht wird nach Vermissten. Das können Kinder, Verwirrte, Menschen mit Suizidabsichten oder auch einfach Verirrte oder Verletzte sein. Einsatzgebiete sind meist freie, unbewohnte, überwiegend bewaldete Flächen.

In der Regel unterstützen sich im Einsatz Polizei, Feuerwehr, THW, Rotes Kreuz oder andere Hilfsdienste. Für offene Flächen steht häufig ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zur Verfügung. Im Gelände mit mehr Bewuchs kommen die Hunde zum Einsatz.

Die Wegesuche


Die Hundeführer suchen mit ihren Hunden entlang der Wege im Suchgebiet. Es werden zwei Teams (Hund und Hundeführer ist ein Team) auf einem Weg auf die Suche geschickt. Das erste Team übernimmt dabei die linke Wegseite, das zweite Team die Rechte.
Diese Suchtaktik wird angewandt, weil man festgestellt hat, dass sich über 70% der Opfer nicht weiter als 25 m vom Weg entfernt befinden.
Vorteil dabei ist, dass mit wenigen Kräften ein sehr großes Gebiet sehr schnell abgesucht werden kann. Die Wegesuche kann in ca. 85% aller Vermisstenfälle angewandt werden.

Die Parzellensuche

Bei dieser Taktik wird das Suchgebiet in Parzellen aufgeteilt. Diese werden dann jeweils zwei Teams zugeteilt.
Gestartet wird mit einer Wegesuche um die Parzelle, aber nur zur Parzellenseite hin. Anschließend durchlaufen die Teams die Parzelle systematisch, bis sie vollständig abgesucht ist.

Der Hundeführer

Der Hundeführer hat bei der Suche außer der Konzentration auf den Hund noch diverse weitere Aufgaben zu erfüllen. Funkverkehr, die Orientierung mit Karte und Kompass im Suchgelände, die Koordination mit den anderen Suchhundeführern und die eigene Suche beschäftigen ihn ausreichend. Ein Hundeführer muss immer wissen, wo er sich befindet und wo sein Hund ist. Daraus muss er folgern, welches Gebiet er abgesucht hat.
Bei einem eingespieltem Team geschieht die Verständigung durch Zeichen und klare, wenige Kommandos.

Der Hund

Der Hund ist dem Menschen durch seine Nase absolut überlegen. Hunde lernen, sich von ihrem Hundeführer in bestimmte Richtungen schicken zu lassen und dennoch selbständig zu suchen. So ist es möglich, dass der Hund für den Menschen schwer zugängliche Stellen selbstständig absucht. Hunde sind in der Lage, einen Vermissten bereits aus mehreren hundert Metern Entfernung zu riechen, unabhängig von der Geländebeschaffenheit,  Tages- oder Nachtzeit.

Die Witterung spielt dabei immer eine große Rolle. Auch Hunde sind keine perfekten Suchmaschinen. In ungünstigen Situationen kann der Hund das Opfer nahezu überlaufen, ohne es zu riechen, zum Beispiel bei Wind aus der falschen Richtung oder bei Luftverwirbelungen, die die Witterung nach oben absaugen.

Anzeigeform: Verbellen

Der Hund verbellt bei der vermissten Person so lange, bis der Hundeführer eintrifft. Er verhält sich der Person gegenüber passiv. Hunde können auch Jogger, Spaziergänger oder Menschen beim Sonnenbaden anzeigen. Die Hunde verhalten sich der Person gegenüber immer neutral und verbleiben normalerweise in gebührendem Abstand.

Anzeigeform: Bringseln

Der Hund nimmt am Opfer ein Bringsel, in der Regel ein am Halsband befestigter Lederriemen, ins Maul und kehrt zum Hundeführer zurück. Dieser leint den Hund an und lässt sich von ihm zum Fundort führen.

Anzeigeform: Rückverweisen

Auch beim Rückverweis kehrt der Hund nach Auffinden der Person zum Hundführer zurück, bellt oder sitzt vor, um anzuzeigen und führt seinen Hundeführer frei pendelnd oder angeleint zum Opfer.